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Joseph Mwaura: ein Portrait

von Dominique Jaquemet

DSCF5586_favJoseph Mwaura ist ein Bauernberater im Rahmen des „Farmer Communication Programm“ FCP. Als solcher besucht er Bauerngruppen und beantwortet ihre zahlreichen konkreten Fragen. Seit kurzem hat er ein Büro, wo er an einem Tag pro Woche Bauern empfängt und sie mit Informationen versorgt. Nebenbei bewirtschaftet er ungefähr eine Hektare Land und ist Präsident des lokalen Imker Vereins.

Vom Freiwilligen zum Bauernberater

Im Jahr 2005 begann sich Joseph als Freiwilliger bei der “community based organisation“ (CBO) „Friends of Kinangop Plateau“ zu engagieren, welche die schlaue Nutzung und den Erhalt der Natur fördert. Im Jahr 2006 brachte Ihm Anne Bruntse das erste Mal eine Ausgabe des TOF (www.theorganicfarmer.org). Anne Bruntse ist die regionale Verantwortliche für Infonet. Joseph erkundigte sich anschliessend, ob er den TOF regelmässig bekommen und in seiner Region verteilen könne. Ab 2007 wurden ihm jeden Monat 100 Exemplare zugestellt, welche er unter 7 Bauerngruppen verteilte. Dadurch kam er in Kontakt mit vielen Bauerngruppen. Diese fragten Ihn oft nach mehr Informationen und Tipps zu verschieden Themen, welche sie im TOF gelesen hatten. Also begann er diese Gruppen zu besuchen. Diese waren zum Teil weit weg von seinem Wohnort, was die Anreise erschwerte. Auf seine Anfrage hin stellte Ihm das TOF Büro ein Fahrrad zur Verfügung, damit er die Bauerngruppen bequemer erreichen und den TOF schneller verteilen konnte.

Joseph ist eine sehr aufgestellte und motivierte Person. Wenn er von seinen Besuchen bei den Bauern erzählt, dann glänzen seine Augen und man fühlt, dass Ihm seine Arbeit Spass macht. Die Anzahl seiner Bauerngruppen wuchs jedes Jahr an. Im Jahr 2008 stieg sie von 7 auf 10, im nächsten Jahr auf 12, dann auf 17 bis es 2011 schon 20 Bauerngruppen waren. Heute sind es 25 Gruppen mit jeweils 20-25 Mitgliedern, sowie 7 Schulen an denen er seit diesem Jahr 250 Exemplare des TOF verteilt.
In 2009 wurde Joseph als Bauernberater bzw. Community Information Worker (CIW) von Biovision angestellt. Im Februar 2012 bekam er vom Gemeindepräsident von Murugaru ein Büro zur Verfügung gestellt. Das Büro wurde am 5. Februar als Infonet Information Hub eingeweiht.

Aufgewachsen in einer Grossfamilie

Aufgewachsen ist Joseph als erstgeborenes Kind einer Bauernfamilie auf dem Kinangop Plateau in Murugaru etwa hundert Kilometer nördlich von Nairobi. Seine Eltern besitzen eine Fläche von ca. 10 Hektaren. Joseph hat 6 Brüder und 4 Schwestern. Zur Schule ging er bis zur zwölften Klasse, welches die letze Klasse der Sekundarschule ist. Danach reichte das Geld nicht mehr, um ein Studium zu finanzieren. Drei seiner Schwestern sind verheiratet, eine geschieden. Wie seine Eltern sind auch Joseph und seine Geschwister Kleinbauern. Seit 2013, mit dem Inkrafttreten der neuen Verfassung in Kenia ist das Land unter den Geschwistern gleichmässig zu verteilen. Neu sind also auch die Töchter beim Erbe zu berücksichtigen. Jeder hat eine Kuh und knapp 1 Hektare, Joseph auch. Er schaut zusätzlich noch nach den vier Kühen seines Vaters, denn dieser wohnt nebenan und kann selber nicht mehr nach ihnen schauen. Die Milch verkaufen die Brüder zusammen an einen Mittelsmann. Joseph ist seit 15 Jahren verheiratet und hat inzwischen fünf Kinder, welche alle in die öffentliche Schule gehen. In den öffentlichen Schulen sind in einer Klasse bis zu 45 Kinder.

Was sind seine Visionen? Josephs Pläne

Sein persönlicher Traum ist es am Institut für Entwicklungsstudien ein anderthalbjähriges Studium zu absolvieren. Allerdings würden allein die Studiengebühren das siebenfache seines Monatseinkommens von100 Franken kosten. Dies kann er sich leider nicht leisten.
Joseph ist eine sehr aktive Person. Er ruht sich nicht auf den Lorbeeren aus, im Gegenteil. Er will bald auf seinem Land ein Vorzeige- und Übungsfeld einrichten. Zudem hat er vor, die 25 Bauerngruppen der Region besser zu vernetzen, dazu möchte er dieses Jahr eine CBO, eine “community based organisation“, gründen und registrieren. Dadurch erhofft sich Joseph den Erfahrungsaustausch unter den Bauerngruppen verbessern zu können und so die einzelnen Gruppen voneinander lernen zu lassen. Um die Posten zu besetzen, welche es für die Gründung einer CBO braucht, hat er bereits mit verschiedenen Personen gesprochen und ist nun zuversichtlich, dass bald die Gründungsversammlung stattfinden kann.

Weitere Informationen zum Projekt: www.biovision.ch/de/projekte/kenia/itof-informationszentren

News aus dem Bienen-Projekt in Tolay, Äthiopien

Sowohl in der Medizin als auch in der Nahrung hat die Nutzung von Honig in Äthiopien Tradition. Das Projekt von Biovision und icipe fördert die moderne Bienenhaltung und stösst auf sehr positive Resonanz. Die Anzahl der Imkerei-Selbsthilfegruppen konnte nun von vier auf zehn erhöht werden. Bei der herkömmlichen Honiggewinnung werden die Bienenvölker durch Ausräucherung aus hohlen Baumstämmen oder Strohkästen vertrieben. Dies mit der Folge, dass verunreinigter Honig gewonnen wird, der einen geringen Marktwert aufweist. Mit dem von Biovision und seinen Partnerorganisationen propagierten System der modernen Bienenkästen kann hingegen hochwertiger Honig gewonnen werden. Zusätzlich online casino wird mit dieser Methode der Aufbau einer gesunden Bienenpopulation ermöglicht. Für Kleinbauern ohne Kapital ist das Projekt interessant, da sie als Mitglieder des Bienenprojekts die Möglichkeit verfügen, mit der verbesserten Honigqualität, ein zusätzliches, nachhaltiges und unkonventionelles Einkommen zu erwirtschaften. Dies erklärt der Bienentechniker Nasru Mecha im Interview dem Projektkoordinator von Biovision, Samuel Ledermann.

Kenianische Bauernberaterin auf Studienreise in Andeer

Die Geschichte begann vor gut vier Jahren: Damals besuchte Su Kahumbu, eine kenianische Farmerin und Inhaberin eines Bioladens in Nairobi auf Einladung von Biovision verschiedene Biobetriebe in Graubünden. In Kenia berät Kahumbu afrikanische Bäuerinnen und Bauern  und beantwortet etwa im Biovision-Magazin “The Organic Farmer” Fragen rund um die biologische Landwirtschaft. Kürzlich war die Kenianerin nun abermals zu Besuch, um noch mehr über das Bauernhandwerk und die Verarbeitung von Fleisch und Milch in Graubünden zu lernen.

Kurze Transportwege und Top-Qualität

In der Metzga ViamalaPeter_Luethi-Biovision_Su-Kahumbu_IMG_1412 in Andeer wurde sie von Carlo Klein erwartet. Der Produktionsleiter des Genossenschaftsbetriebes „Metzga Viamala“ parierte jede ihrer unzähligen Frage mit kompetenten Antworten. Er berichtete über die gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen den hiesigen „Farmern“ und betonte, dass die kurzen Transportwege ein grosser Vorteil sowohl für die Viehhalter als auch für ihre Tiere sei. „Das ermöglicht es praktisch allen Landwirten, ihr Vieh selber in die Metzgerei zu bringen. So bleiben die Tiere bis zuletzt vor unnötigem Stress verschont, “ so Klein.

Su Kahumbu war besonders fasziniert von der Räucherei und der kleinen Trocknerei in Andeer. Der junge Metzger gab ihr nbso online casino reviews – notabene in Englisch – tiefe und aufschlussreiche Einblicke in sein Handwerk und verriet ihr gar einige seiner sonst streng gehüteten Geheimnisse. Die Kenianerin war beeindruckt von seinem ausgesprochenem „Feeling“ im Umgang mit dem Fleisch und von seiner Leidenschaft für seinen Beruf.

Klein aber fein!

„Hard work!“ meinte sie am Schluss des Schnellkurses anerkennend und Carlo Klein antwortete postwendend: „This is my life!“ – was wohl ein guter Teil seines Erfolgsrezepts sein dürfte. Reich beschenkt mit neuem Wissen, aber auch mit Fleischgewürzen und einer Auswahl erlesener Fleischspezialitäten verliess Su Kahumbu abends die Metzga Viamala. Und der junge Metzger freute sich über eine Einladung auf ihren Betrieb in Nairobi. Die sollte er sich auf keinen Fall entgehen lassen. Denn Su Kahumbu ist bekannt dafür, dass sie neues Wissen sofort in die Tat umsetzt – in diesem Fall wohl nach dem Motto „Klein aber fein“.

Die Kunst des Käsens

Am letzten Tag ihrer diesjährigen Bio-Tour in Graubünden liess es sich Su Kahumbu nicht nehmen, bei Maria und Martin Bienerth in der Sennerei Andeer hinein zu schauen. Bienerths hatten der Kenianerin bereits vor fünf Jahren eine Einführung in die Kunst des Käsens gegeben. „Wir haben sehr viele Besucher hier, berichtet Martin Bienerth. „Wenn jemand zum zweiten Mal kommt, so spricht das für echtes Interesse.“ Den Beweis dafür blieb ihm Su Kahumbu nicht schuldig: Prompt zeigte sie ihm Fotos ihres Kellers in Nairobi mit schönen Käselaiben – made in Kenia.

Text: Anna Christina Heinz, Bäuerin in Sufers

Interview der Woche 50: Rolf Gloor vom “Cabesi Market Place” in Kenia

Bild 9Das Projekt “Cabesi” fördert die Honig- und Wildseideproduktion und deren Vermarktung. Die Bevölkerung wird darin unterstützt, ihre Einkommensquellen auszubauen, sowie ihr Wissen in der Honigproduktion und in der Wildseidebewirtschaftung zu erweitern. Rolf Gloor ist Projektkoordinator.


Ihr produziert unter anderem Seifen aus Bienenwachs. Wie lange schon?

Seit April 2010. Vorher haben wir sechs Monate in die Produktentwicklung investiert.


Wie sehen die Produktionsschritte aus?

Zuerst gilt es Bienenwachs, Cornoil, Sonnenblumenöl und Kokosnussöl zu schmelzen und zu mischen. Danach muss Sodium in Wasser aufgelöst werden. Die beiden Lösungen werden dann gemischt und gerührt, bis die Mischung kalt ist. Diese wird anschliessend in Formen abgefüllt. Die fertigen Seifen müssen eine bis zwei Wochen ausreifen, bevor sie im Biovision-Shop verkauft werden können.


Welche anderen Cabesi-Produkte gibt es?

Wir produzieren verschiedene Honigsorten, Bienenwachskerzen, Propoliscreme, Honig von stachellosen Bienen, sonnengetrocknete Mango, Glasperlenstickerei auf Ziegenleder (von Grusskarten bis zu gerahmten Bildern) und auf Bienenwachs basierenden Möbelwachs.

Interview der Woche 47: Reto Baumann, Freiwilliger Helfer am Symposium

72dpi_Peter_Luethi_IMG_0923Am Biovision-Symposium können wir jedes Mal auf die Unterstützung freiwilliger Helferinnen und Helfer zählen, bei denen wir uns von ganzem Herzen bedanken möchten! Zu ihnen gehörte auch in diesem Jahr Reto Baumann, den wir aus diesem Anlass interviewt haben.


Wie viele Male hast du schon bei einem Symposium mitgeholfen?

2011 müsste das sechste Mal gewesen sein, nachdem ich im Februar 2005 für Biovision in Kenia war. Ich besuchte Hans Herren und begleitete ihn zu diversen Projekten. Meine Aufgabe bestand darin, seine Tätigkeiten fotografisch festzuhalten. Der Hauptfokus war der Malaria gewidmet, weil in jenem Sommer in Zürich auch der Megaevent “Run for Africa” mit Biovision stattfinden sollte.


Wie bist du ursprünglich mit Biovision in Kontakt gekommen?

Eine Geschichte jagt die andere. Im Sommer 2004 war ich arbeits- und beziehungslos. In meiner Nachbargemeinde fand ein Dia-Abend über Afrika statt. Am Schluss unterhielt ich mich mit einem Herrn namens Andreas Schriber, dem Geschäftsleiter der Stiftung Biovision. Ich erwähnte, dass ich fünf Jahre international für die Fotobranche tätig war. Jedoch kannte ich den Kontinent Afrika weder privat noch geschäftlich. Andreas Schriber sagte mir, ich solle ihn im Winter anrufen. Der Winter kam und ich rief an. Er fragte mich, ob ich für Biovision nach Afrika reisen nbso online casino reviews möchte. Irgendwie unglaublich spannend, oder? Es ist wieder einmal Winter: Vielleicht sollte ich ihn erneut anrufen, denn der Weltgipfel Rio 20 nächstes Jahr steht vor der Tür.


Weshalb bist du jedes Jahr wieder gerne als freiwilliger Helfer beim Symposium dabei?

Die geschilderten Erlebnisse verbinden mich sicher in einer speziellen Form mit Biovision. Am Symposium treffe ich auf Hunderte von Mitgliedern. Viele Besucherinnen und Besucher stellen interessante Fragen. Ich fühle mich durch meine Erfahrungen in der Lage, kompetent und authentisch Auskunft geben zu können. Dies führt zu spannenden Begegnungen und neuen aufschlussreichen Informationen. Ein natürlicher Kreislauf wie in der pestizid-freien Natur. Seit meiner Jugend engagiere ich mich für gemeinnützige Aktivitäten. Sie beleben und machen mir Spass.


Was gibt es jeweils zu tun?

Bei Biovision bewegt sich viel und ich kann mich auf unterschiedlichste Weise einbringen. Zum Beispiel an den Afro-Pfingsten in Winterthur: Ich war eine Malaria-Mücke und habe die Passanten mit Wettbewerben infiziert. Am Symposium habe ich schon für das Bühnenbild, das Licht oder die Technik gearbeitet. Es liegt mir aber auch, die Gäste zu umsorgen, die Verkaufsstände zu betreuen, als Springer zu agieren oder wie dieses Jahr das “Rüeblithema” bekannt zu machen.


Wie auf dem Foto zu sehen ist, hast du dich als Karotte verkleidet. Wie kam es dazu?

Ich war eigentlich als Karottenschäler eingeteilt. Nach etwa 20 Kilogramm tauchte Andreas Schriber auf. Er sagte: “Dich hätten wir wie damals in Winterthur wieder mal verkleiden können.” Ich startete sogleich eine Telefonaktion an die Kostümverleihe der Stadt Zürich. Ein fertiges Kostüm schien es nicht zu geben – mit dem letzten Telefonat fand ich dafür eine kreative Vermieterin. Mir blieb noch eine Stunde Zeit und ich machte mich auf den Weg durch Zürich. Um 13:30 Uhr kam ich zurück, konnte die ersten Gäste begrüssen und diese in der Pause einladen biologisch und konventionell produzierte Karotten zu vergleichen. Mich fasziniert die Kombination “Freude haben – Freude machen”, denn daraus entstehen automatisch Glücksmomente und bleibende Erinnerungen, welche das Leben für mich so wertvoll machen.

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