Beiträge mit dem Schlagwort "Wertschöpfung"

News aus dem Bienen-Projekt in Tolay, Äthiopien

Sowohl in der Medizin als auch in der Nahrung hat die Nutzung von Honig in Äthiopien Tradition. Das Projekt von Biovision und icipe fördert die moderne Bienenhaltung und stösst auf sehr positive Resonanz. Die Anzahl der Imkerei-Selbsthilfegruppen konnte nun von vier auf zehn erhöht werden. Bei der herkömmlichen Honiggewinnung werden die Bienenvölker durch Ausräucherung aus hohlen Baumstämmen oder Strohkästen vertrieben. Dies mit der Folge, dass verunreinigter Honig gewonnen wird, der einen geringen Marktwert aufweist. Mit dem von Biovision und seinen Partnerorganisationen propagierten System der modernen Bienenkästen kann hingegen hochwertiger Honig gewonnen werden. Zusätzlich online casino wird mit dieser Methode der Aufbau einer gesunden Bienenpopulation ermöglicht. Für Kleinbauern ohne Kapital ist das Projekt interessant, da sie als Mitglieder des Bienenprojekts die Möglichkeit verfügen, mit der verbesserten Honigqualität, ein zusätzliches, nachhaltiges und unkonventionelles Einkommen zu erwirtschaften. Dies erklärt der Bienentechniker Nasru Mecha im Interview dem Projektkoordinator von Biovision, Samuel Ledermann.

Wenn Insekten von einem Tag auf den anderen verschwinden würden

Liebe Freunde von Biovision

Sommerzeit ist Mückenzeit, Fliegenzeit, Zeckenzeit. Wenn es warm wird, wie in den letzten Wochen, krabbelt, kreucht und fleucht es wieder überall. Und alle Jahre wieder kommen mit den Insekten auch deren unangenehme Nebenerscheinungen zurück. Fliegen sitzen auf unseren Butterbroten, Mückenstiche verderben uns die Freude am Sonnenuntergang, und Zecken können sogar gefährliche Krankheiten verbreiten. Wie nahe liegt da der Gedanke, all diese lästigen Viecher ins Pfefferland zu wünschen.

Aber halt! Ich bin ein erklärter Fan der Insekten, habe mich ein Leben lang mit ihnen beschäftigt und möchte hier etwas zur Verteidigung dieser verschmähten Tiere ins Feld führen. Haben Sie sich schon einmal überlegt, was geschehen würde, wenn Insekten von einem Tag auf den anderen verschwinden würden? Die Menschheit würde innert kürzester Zeit ersticken, weil die kleinen Helfer unseren gigantischen Abfall nicht mehr abtragen würden. Und wenn das nicht reichen sollte, hätten wir schon sehr bald nichts mehr zu essen, denn die Insekten würden weder Blüten bestäuben, noch als Nahrung für andere Tiere dienen.

Allein Bienen erzielen weltweit eine wirtschaftliche Wertschöpfung von mehreren Billionen Dollar – hauptsächlich durch Bestäubung von Pflanzen. Andere Insekten stehen ihnen in nichts nach. Da mutet es schon sehr eigenartig an, wenn den grossen Chemiefirmen nichts anderes in den Sinn kommt, als diese kleinen Goldgräber zu vernichten.

Die Zahl der Bienen hat in den letzten Jahren dramatisch abgenommen. Hauptgrund für diesen gefährlichen Prozess ist, da bin ich mir ziemlich sicher, die moderne Landwirtschaft. Wir haben unsere Landschaft und unsere Felder von Unkraut «befreit» und den Bienen damit die Nahrungsgrundlage genommen. Wir haben die Felder mit Pestiziden besprüht und die Bienen damit vernichtet. Und wir haben in den letzten Jahren sogar begonnen, die Gifte mittels Genmanipulation in die Pflanzen selbst einzuschleusen.

All diese Tätigkeiten haben nicht nur unseren Honigbienen zugesetzt, sondern auch den wilden Bienen, die den weitaus grössten Teil dieser Spezies ausmachen. Was das auf Dauer bedeuten wird, kann ich Ihnen in einem der nächsten Blogs gerne noch detaillierter beschreiben. Doch glauben Sie mir, wir spielen hier mit dem Feuer.

Bei Biovision und in meiner ganzen Forschungstätigkeit verfolgen wir einen ganz anderen Weg. Insekten werden nicht als Schädlinge behandelt, die es zu vernichten gilt, sondern als Teil der Natur. Wenn man Pflanzen vor ihnen schützen will, kann man das auf eine sanfte Art machen. Man nützt den Lebenszyklus der Insekten und deren natürliche Schwächen. Aber man bringt sie nicht einfach ungezielt und massenhaft um! Um unseren intelligenten Weg zu gehen, muss man aber die Insekten studieren und verstehen, und das ist nicht ganz einfach. Wir sind aber dank unserer Erfahrung überzeugt, dass sich dieser sanfte Weg langfristig auszahlen wird. Wir verwenden lieber unser Gehirn als unsere Muskeln.

Wenn also das nächste Mal eine «lästige» Fliege auf ihrem Butterbrot sitzt, schlagen Sie sie nicht gleich tot. Schauen Sie sie an, betrachten Sie ihre faszinierenden Flügel, ihre feinen Beine und ihre unglaublichen Augen. Und denken Sie daran: Diese Fliege vermiest Ihnen nicht das Butterbrot. Ohne diese Fliege hätten Sie weder Butter, noch Brot.

Ich wünsche Ihnen einen schönen, insektenreichen Sommer!

Herzlich
Hans Rudolf Herren

Präsident Biovision

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