Beiträge mit dem Schlagwort "Nahrungsmittel"

Simone Niggli und Reto Nause eröffnen in Bern CLEVER – Der nachhaltige Supermarkt

Die 20-fache OL-Weltmeisterin Simone Niggli hat am Freitag zusammen mit Reto Nause, Umweltdirektor der Stadt Bern, die Wanderausstellung “CLEVER – Der nachhaltige Supermarkt” auf der Grossen Schanze feierlich eröffnet.

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Simone Niggli berichtet auf ihrer Website von ihrem Besuch im CLEVER : www.simoneniggli.ch

Dreifache Ertragsteigerung in Assosa, Äthiopien

Durch die Verbreitung von ökologischem Know-How für Kleinbauern in Äthiopien erhalten die Bäuerinnen und Bauern Tipps, um mit einfachen und umweltfreundlichen Mitteln ihre Ernteerträge zu erhöhen. Die von Biovision unterstützte Modell-Biofarm dient dabei als Ausbildungsstätte. Die Kleinbauern werden beispielsweise im gezielten Einsatz von Kompost und Mist oder in der Anwendung von Mischkulturen ausgebildet. Der richtige Einsatz dieser biologischen Dünger kann bis zu einer Verdreifachung der Ernteerträge führen.

Eine andere Möglichkeit den Ertrag zu steigern, ist die Erweiterung der Anbaufläche in die Höhe.

Biovision_Assosa

Wie auf dem Foto sichtbar, wird bei dieser für Äthiopien neuen – und für den Westen weitgehend fremden – Art der Landwirtschaft der Ertrag über eine in die Höhe erweiterte Fläche gesteigert. Auch ohne sonderlich fruchtbaren Boden wird es dadurch möglich, auf kleiner Fläche Gemüse anzupflanzen. Vorallem in der Stadt werden folglich kleine landwirtschaftliche Enklaven realisierbar. Eine Verdreifachung des Ertrages ist also in doppelter Hinsicht erreichbar: Mit biologischen Anbaumethoden und mit einer Erweiterung der Anbaufläche in die Höhe.

Biotreibstoffe als «saubere» Energieform?

Liebe Freunde von Biovision

In den vergangenen Wochen sind mir in Schweizer Zeitungen, aber auch in der internationalen Presse, zahlreiche Artikel zum Thema Biotreibstoffe in die Augen gestochen. Die Informationen sind oft widersprüchlich, und es ist schwierig, sich ein klares Bild der Vor- und Nachteile dieser Energieform zu machen. Ich möchte Ihnen daher in diesem Blog meine Gedanken zu diesem Thema darlegen. Ich stütze mich dabei nicht auf politische, sondern auf wissenschaftliche Argumente.

Biotreibstoffe sind Alkohole (Äthanol), Gase (Biogas) und Öle (Biodiesel), die aus Pflanzen gewonnen werden, und die spezielle Motoren antreiben können – zum Beispiel in Autos. Da die Treibstoffe nicht aus Erdöl oder anderem fossilem Kohlenstoff gewonnen werden, galten Biotreibstoffe lange als ökologische Zukunftshoffnung. In der Werbung wird sogar versprochen, dass damit ein Beitrag gegen die Klimaerwärmung geleistet würde. Doch die Probleme dieser «sauberen» Energieform werden massiv heruntergespielt. Es zeigt sich immer deutlicher, dass Biotreibstoffe auf keinen Fall die Lösung all unserer Transportprobleme sein können.

Hier einige Gründe:

Biotreibstoffe wie Äthanol und Biodiesel werden unter anderem aus Nahrungsmitteln gewonnen, z.B. aus Mais, Palmöl oder Soja. Dies sind aber gleichzeitig Grundnahrungsmittel für viele arme Menschen dieser Welt. Wenn nun plötzlich die Nachfrage nach Mais und Soja steigt, weil wir im Norden damit Auto fahren wollen, steigt auf dem Weltmarkt der Preis. Unsere Mobilität zerstört also ganz direkt die Nahrungsgrundlage vieler Menschen im Süden. Das kann keine Lösung sein.

Grosse Biotech-Firmen brüsten sich damit, dass sie gentechnisch veränderte Pflanzen kreieren wollen, die robuster sind und sich einfacher in Äthanol oder Biodiesel umwandeln lassen. Diese Firmen zeichnen sich als Kämpfer gegen die Klimaerwärmung. Dass sie dabei als Zerstörer von Nahrungsgrundlagen operieren, verschweigen sie. Und ausserdem: Klar ist es möglich, durch Gentechnologie gewisse Dinge zu manipulieren. Tatsache bleibt aber, dass Mikroorganismen und höher entwickelte Pflanzen immer Platz und auch Wasser brauchen, um wachsen zu können. Dieser Platz steht dann für eine andere Nutzung nicht mehr zur Verfügung.

Das wichtigste Argument gegen Biotreibstoffe kommt aber erst noch: Gemäss den neusten Studien sind nämlich Biotreibstoffe nicht einmal klimaneutral. Ein Artikel im renommierten Wissenschaftsmagazin Science vom 7. Februar zeigt, dass die mittel- und langfristige CO2-Bilanz von Biotreibstoffen negativ ist. Laut einer weiteren Studie, die unter der Leitung des Chemie-Nobelpreisträgers Paul Crutzen erstellt wurde, wird durch den Einsatz von Dünger auf den Anbauflächen drei- bis fünfmal so viel Lachgas (ein besonders starkes Treibhausgas) emittiert, wie ursprünglich angenommen.

Fazit: Der einzige Biotreibstoff, der den Namen verdient und einen vernünftigen Ansatz aufweist, ist die Nutzung von organischen Abfällen zur Treibstoffproduktion (in manchen Ländern bereits als «Compogas» oder «Biogas» im Einsatz). Alle anderen Biotreibstoffe sind für einen grossflächigen Einsatz sicher nicht die richtige Lösung.

Die Menschheit hat immer die Tendenz, sich Kopf voran in neue – scheinbar gute – Technologien zu stürzen. Treibende Kraft ist dabei immer das Geld. Wir haben dies bei der Atomkraft gesehen, aber auch bei den Düngemitteln und Pestiziden. Kurzfristiges Gewinnstreben bringt aber meist nur kurzfristige Lösungen. Die langfristigen Probleme tauchen früher oder später mit dramatischer Wucht auf (Stichwort: Radioaktive Abfälle, chemieverseuchte Gewässer und Böden, Treibhausgase etc.).

Es ist uns allen bewusst, aber wir haben die Tendenz, es zu verdrängen: Unsere natürlichen Ressourcen sind beschränkt. Nur die Sonne hat, auf sehr lange Zeit hinaus, gigantische Möglichkeiten, uns mit Energie zu beliefern. Die Lösung ist nicht nah, aber nahe liegend: Wir müssen wegkommen von Energieformen, die nicht direkt oder indirekt von der Sonne kommen. Wir müssen unseren Energiekonsum auf Sonnen-, Wind- und Wasserenergie aufbauen und – vor allem – unseren Verbrauch drosseln.

Wir dürfen unsere hausgemachten Probleme nicht noch einmal auf dem Rücken der Armen und Unterprivilegierten, und auch nicht auf dem Rücken unserer Kinder lösen. Wir dürfen nicht ihre Nahrungsmittel in unseren Autos verbrennen, und wir dürfen ihre Böden und das immer knapper werdende Wasser nicht für uns beanspruchen. Die Nahrungsmittelpreise sind schon gestiegen als Resultat der Produktion von Biotreibstoffen. Der Ölpreis ist so hoch, wie sich das kaum jemand hätte vorstellen können. Das Eis an den Polkappen schmilzt schneller als vorausgesehen. Extreme Wettersituationen sind häufiger und häufiger.

Wie lange wollen wir noch warten? Wann werden wir aufwachen? Und wird es dann schon zu spät sein? Ich möchte mit einem Zitat von Gandhi schliessen, um Sie aufzufordern, Ihre persönliche Wahl zu treffen: «DU musst selbst die Veränderung sein, die du in der Welt sehen willst.» Daran glaube ich.

Herzlich

Hans Rudolf Herren
Präsident Biovision

Was kann ich denn essen, wenn ich keinen Garten habe?

Liebe Freunde von Biovision

Im letzten Blog habe ich Ihnen von meiner Hoffnung für dieses Jahr erzählt. Ich wünsche mir, dass die Jugend vermehrt aktiv wird und uns aufzeigt, wie sie sich ihre Zukunft vorstellt. Aus diesem Grund werde ich in diesem Jahr immer wieder den Kontakt zu Jugendlichen suchen. Ich möchte ihre Sorgen hören und ihnen etwas von meiner Erfahrung mitgeben.

Vor einigen Wochen war ich an der Neuen Kantonsschule Aarau zu genau diesem Zweck eingeladen. Zusammen mit zwei anderen «Experten» diskutierte ich mit den Schülern über Ernährung und Nahrungsmittelproduktion. Als Vorbereitung hatten alle Schüler den Film «We are feeding the World» gesehen. Dieser Film zeigt eindrücklich auf, welche Monopolstellung die Nahrungsmittelmultis haben und wie sie unsere Essgewohnheiten zu manipulieren versuchen.

Die für mich interessanteste Frage eines Schülers lautete: «Wenn ich keinen Garten habe, was kann ich denn essen?» Diese Frage beinhaltet für mich den Kern eines riesigen Problems: Wir verlieren den Kontakt zu den Produzenten unserer Nahrung. Das Wort «Landwirtschaft» enthält auf Deutsch das Wort «Wirtschaft» und scheint die Profitmaximierung zu legitimieren. Auf Englisch aber heisst das Wort online casino «Agriculture», und das gefällt mir viel besser, denn es enthält das Wort «culture», also Kultur.

Nahrungsmittel sind mehr als nur Kalorienlieferanten. Nahrungsmittel sind das Bindeglied der Gesellschaft zu ihrem eigenen Land. Wir essen nicht nur, um satt zu werden, sondern auch, um zu feiern und zusammen zu sein. Wenn wir den Kontakt zu den Ursprüngen unserer Nahrung verlieren, verlieren wir unsere eigene Kultur.

Natürlich kann heute nicht mehr jeder Mensch ein Selbstversorger sein und seinen eigenen Garten bewirtschaften. Daher ist die Frage des Schülers sehr berechtigt. Was soll er essen, wenn er keinen Garten hat?

Mein Rat an den Schüler ist der Rat, den ich auch Ihnen geben möchte: Wir müssen uns beim Einkaufen stärker überlegen, woher die Nahrungsmittel kommen und wie viel Industrialisierung in ihnen steckt. Je weniger «Wirtschaft» und je mehr «Kultur» ein Produkt enthält, desto näher an Ihrem «eigenen Garten» ist es angebaut worden.

Wollen wir Pestizide schlucken? Wollen wir Nahrungsmittel essen, die über Tausende von Kilometern zu uns transportiert wurden? Wollen wir Produkte auf unserem Teller, die ausgebeutete Bauern in Entwicklungsländern produziert haben? Wollen wir nicht viel lieber etwas, das aus einem Garten kommt, den wir kennen?

Ich freue mich sehr, dass die Jugend sich diese Fragen stellt. Und ich beobachte auch mit Genugtuung, dass sich das Verhalten der Gesellschaft als Ganzes langsam zu ändern beginnt. Die Nachfrage nach biologisch angebauten Produkten steigt, jene nach fair gehandelten Waren auch. Die Konsumentinnen und Konsumenten akzeptieren die grossen Nahrungsmonopole je länger, desto weniger. Und sie verlangen immer häufiger Dinge, die in ihrer Nähe produziert wurden.

Die Antwort auf die Frage des Studenten lautet also: Wenn du keinen Garten hast, gehe auf den Markt oder in den nächsten Bioladen. Kaufe Produkte, von denen du weißt, wie und wo sie angebaut wurden. Und ja: Du hast das Recht zu fragen, was die verschiedenen Labels bedeuten. Denn je mehr wir über die Herkunft unseres Essens wissen, desto mehr leben wir die Kultur der Landwirtschaft.

En guete!

Hans Rudolf Herren
Präsident Biovision

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