Schritt für Schritt aus der Krise – Tsetse-Kontrolle und ökologischer Anbau

Peter-Lüthi_Biovision_IMG_2911Nach einer Reise durch flimmernde Hitze über staubtrockene Ebenen fühlt man sich in den Pflanzungen von Usman Baschir wie im Garten Eden. Der 47-jährige Bauer kauert am Bewässerungskanal und öffnet dem Lebenselixier den Weg zu seinem Gemüse. «Früher baute ich nur Mais und Süsskartoffeln an, und das ziemlich wild durcheinander. Dementsprechend schlecht waren die Ernten», berichtet er. Heute arbeitet Herr Baschir hingegen nach einem klaren System, welches auch die Vorbereitung und Verbesserung des Bodens, die gezielte Bewässerung, das fachgerechte Pflanzen und Säen, aber auch das Jäten und Ernten umfasst. «Meine Gemüsevielfalt ist die reinste Freude», meint er lächelnd und zeigt stolz auf prächtige Kohlköpfe, Karotten, Randen, Kartoffeln, Tomaten und Pfefferschoten.

Der ehemalige Viehzüchter aus dem äthiopischen Afa Megele, einem kleinen Weiler bei Assosa nahe der Grenze zum Sudan, hat sehr schwierige Zeiten hinter sich. Während der letzten Jahre verlor er fast alle Rinder, nachdem diese von Tsetsefliegen mit der tödlichen Nagana (Schlafkrankheit) infiziert worden waren. Das war die bare Katastrophe für ihn und seine Familie.

«Alles braucht seine Zeit»
Im Jahr 2011 erhielt er die Gelegenheit zur Teilnahme an einem sechstägigen Intensivkurs für ökologische Anbaumethoden in der Biofarm. Dieses Ausbildungszentrum für nachhaltige Landwirtschaft in Assosa war 2009 von «BioEconomy Africa» mit Unterstützung von Biovision aufgebaut worden. Bis im Sommer 2012 wurden dort bereits 550 Bäuerinnen und Bauern in den Methoden des nachhaltigen Pflanzenbaus, in Fragen der Viehhaltung und der menschlichen Gesundheit sowie im Umgang mit biologischen Fallen für Tsetsefliegen ausgebildet. Mit diesen Farben- und Duftfallen können die Insektenpopulationen und damit die Verbreitung der Nagana umweltfreundlich kontrolliert werden.

Usman Baschir blickt zufrieden auf das letzte Jahr: «Seit ich die Kurse in der Biofarm besucht habe, geht es nun Schritt für Schritt vorwärts», meint er zuversichtlich, «aber alles braucht seine Zeit.» Als grösste Herausforderung für seine Zukunft nennt er den Zugang zum Markt für den Verkauf seiner Produkte.

www.biovision.ch/usman

Ein Moskitonetz ist kein Hühnergehege…

Moskitonetz_web… nur weiss das der Besitzer dieser Hühner aus  Malindi, Kenia eben nicht. Das Netz, das als Schutz vor den Stichen der Malaria-übertragenden Anopheles-Mückenen gedacht ist, wird hier kurzerhand zweckentfremdet. Dieses Beispiel zeigt, dass  die Verteilung von Moskitonetzen zur Malaria Prävention alleine nicht genügt.

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“The Organic Farmer” – Artikel aus der November-Ausgabe 2012

TOF_WawirePatrick Wawire aus Kimilili in West Kenia war früher ein Bauer wie es in Kenia viele gibt: Er konnte auf seinem Land nur gerade genug produzieren um seine Familie zu ernähren und wenn grössere Ausgaben, wie Schulgebühren für seine Kinder, anstanden so brachte ihn das in finanzielle Schwierigkeiten. Bis er anfangs 2011 von den Trainings erfuhr, welche Biovision durch das Projekt Farmer Communication anbietet. Er fand, dass diese genau waren was er und seine Nachbarn brauchten um ihre Situation zu verbessern. Gemeinsam gründeten sie eine Bauerngruppe mit dem Namen „Agricultural Development Improved Centre“ und fragten Alfred Amusibwa, den lokalen Bauernberater von iTOF für Trainings zu verschiedenen Themen an. Neben den Methoden der biologischen Landwirtschaft wünschten sich die Bauern insbesondere in Aktivitäten unterrichtet zu werden, die ihnen helfen können, zusätzliches Einkommen zu schaffen. Wawire stellte einen Teil seines Landes zur Verfügung, damit die Bauern gemeinsam das gelernte erproben konnten.

Sie wollten versuchen Bienen zu halten, aber niemand hatte genügend Geld um Bienenkästen zu kaufen. Da fragte sich Wawire, ob es nicht auch eine Möglichkeit gäbe solche aus lokalen Materialien selber zu bauen. Mit Amusibwas Unterstützung dachte er sich eine vereinfachte Methode aus und baute einfache Holzkisten, welche er mit einer schwarzen Plastikfolie abdeckte. Und kurz nachdem er die Bienenkästen mit den Rahmen für die Waben bestückt hatte, nisteten sich in allen Bienenvölker ein. Am Ende der Saison konnte er von den fünf Kasten 80 Kilogramm Honig ernten, welche er für einen guten Preis in Nairobi verkaufte.

Wawire begann auch eine Reihe anderer Aktivitäten zur Einkommenssteigerung: Er schaffte Hühner, Gänse und Kaninchen an. Am erfolgreichsten, war jedoch die Aquakultur. Er sowie einige der anderen Bauern hatten Fischteiche, schafften es aber nicht, daraus einen guten Ertrag zu erzielen. Das kenianische Fischereiministerium hatte sie zwar beim Bau der Fischteiche unterstützt, sie aber nur mangelhaft trainiert. Deshalb fehlte ihnen die das Wissen, wie man die Fische richtig pflegt und ernährt. Amusibwa unterrichtete die Bauern auch darin und nun können sie pro Teich zweimal jährlich 10 000 Tilapia-Fische ernten, welche in Kenia sehr gefragt sind. Wawire baute mit seinen Gewinn neue Fischteiche und besitzt nun 15 davon, statt der zwei die er ursprünglich hatte. So wurde aus dem Kleinbauern in nur einem Jahr ein erfolgreicher Landwirtschaftsunternehmer.

Die meisten Menschen in seiner Situation würden es geniessen endlich der Armut entronnen zu sein und sich den einen oder andern Luxus gönnen. Nicht so Wawire. Er investiert den grössten Teil seines Einkommens für die Dorfgemeinschaft. Er hat für sein Dorf einen eigenen Kindergarten gegründet und bezahlt zwei Lehrpersonen, damit sie in der Kirche wochentags die Kinder unterrichten. Gegenwärtig ist auch eine kleine Klinik im Bau, welche ebenfalls er sponsert. Nach seiner Motivation gefragt, sagt er, dass es ihm einfach mehr Spass mache, sich für die Gemeinschaft zu engagieren, als sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. „Ich will mein Dorf aus der Armut rausziehen und ich wünsche mir, dass unsere Bauern Vorbilder für andere werden,“ wie er sagt. Und bereits haben einige von ihnen auch ihre Fischhaltung verbessert oder angefangen Bienen zu züchten. Zudem legt jeder Bauer wöchentlich etwas in einen gemeinsamen Spartopf, um sich reihum grössere Investitionen zu ermöglichen. Dadurch sind bereits sämtliche Bauernfamilien des Dorfes zu einem Schaf gekommen. „Und nun sparen wir für Ziegen und Kühe“, sagen die Bauern stolz.

The Organic Farmer, November 2012 (Artikel auf Seite 6)

Erfahren Sie mehr zu den Bauern-Informationsprojekten von Biovision an unserem Symposium am 17. November in Zürich, der Eintritt ist frei: www.biovision.ch/symposium

Auszeichnung für Honigbienenprojekt von Biovision

An der Internationalen Honig- und Bienenmesse „ApiExpo Africa“ in Addis Abeba, Äthiopien hat ein von Biovision finanziertes Honigbienenprojekt den sehr guten dritten Platz belegt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Afrika, Europa und Kanada haben sich um die begehrten Auszeichnungen beworben.
„Unser Einsatz hat sich gelohnt! Für unsere Leistung hat uns der Minister für Handel und Industrie ein Zertifikat überreicht. Vor tausend Fachleuten aus dem In- und Ausland online casino ausgezeichnet zu werden, war für uns ein bedeutender und aufregender Moment“, berichtete Dr. Shifa Ballo, der das Projekt in Tolay, Äthiopien, zusammen mit dem ebenfalls anwesenden Lulseged Belayhun betreut.

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Biovision und das Afrikanische Insektenforschungscenter icipe bilden Bäuerinnen und Bauern in Tolay in der umweltfreundlichen, modernen Honigproduktion und professionellen Vermarktung aus.
Das Honiggeschäft trägt so nicht nur zu einer besseren Ernährungssicherung der Bauernfamilien bei, sondern stellt auch eine wichtige nachhaltige Einkommensquelle im ländlichen Äthiopien dar.

Siehe auch “News aus dem Bienen-Projekt in Tolay”

Simone Niggli und Reto Nause eröffnen in Bern CLEVER – Der nachhaltige Supermarkt

Die 20-fache OL-Weltmeisterin Simone Niggli hat am Freitag zusammen mit Reto Nause, Umweltdirektor der Stadt Bern, die Wanderausstellung “CLEVER – Der nachhaltige Supermarkt” auf der Grossen Schanze feierlich eröffnet.

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Simone Niggli berichtet auf ihrer Website von ihrem Besuch im CLEVER : www.simoneniggli.ch

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