
«Die Natur hat für vieles bereits selbst eine Lösung geschaffen.»
Gründer und Stiftungsratspräsident der Stiftung Biovision
Dr. Herren gehört zu den weltweit führenden Wissenschaftlern in der biologischen Schädlingsbekämpfung. Er lebte und forscht seit über 25 Jahren in Afrika. Von 1994 bis 2005 leitete er das internationale Institut für Insektenforschung icipe in Nairobi, Kenia.
icipe spielt eine zentrale Rolle in der Bekämpfung von Schädlingen, Parasiten und Krankheiten in Entwicklungsländern. Dr. Herren wurde für seine Forschung zum Wohl der Menschheit mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. 1995 erhielt er als erster Schweizer den Welternährungspreis.
Im Mai 2005 wurde ihm offiziell das Präsidium des international tätigen Millennium-Institutes in Washington DC übertragen. Dieses Institut unterstützt die Regierungen von Entwicklungsländern im Mitteleinsatz für eine nachhaltige Entwicklung.
Sehr geehrter Herr Dr. Herren
Ich las mit Entsetzen den Beitrag “Pardon, das ist verrückt” in der NZZ/So vom 26.02.2012; gesponsort vom Plant Science Center. Können Sie solche Aussagen unterstützen?
Sicher besteht ein Ernährungsproblem, aber nicht nur mengenmässig, sondern auch qualitativ. Ich glaube nicht, dass Manipulationen von MONSANTO, etc. die Lösung bringen, ganz im Gegenteil.
Phillip Day hat die Lösung skizziert: 80 – 90 % Früchte und Gemüse (davon mindestens 50 % roh, möglichst biologischer Anbau) und 10 – 20 % tierische Produkte.
Im Gegensatz zu Frau Prof. Fedoroff bemerke ich einen grossen Unterschied zwischen meinen Bio-Tomaten und Supermarkt-Produkten.
Ihre Stellungnahme würde mich interessieren.
Freudliche Grüsse
Eugen H. Wehrli
Sehr geehrter Herr Wehrli
Vielen Dank für Ihren Kommentar!
„Gefährlich“ ist nicht der Anbau von Bioprodukten, sondern die Verbreitung von Falschaussagen ohne Hand und Fuss: Im Interview mit Nina Fedoroff, Molekularbiologin, Präsidentin der amerikanischen Wissenschaftsgesellschaft AAAS und Mitglied der US Akademie der Wissenschaften NAS, wird der Biolandbau durch unhaltbare Behauptungen verunglimpft. Richtig ist: Der biologische Landbau ist eine der bewährten Methoden zur ökologisch untermauerten Nahrungsmittelproduktion, welche die Umwelt schonen und grosses Potenzial bieten, insbesondere in Entwicklungsländern für die nachhaltige Bekämpfung von Hunger und Armut. Eine 2008 publizierte Studie der beiden UNO-Institutionen UNEP und UNCTAD untersuchte 114 Fallstudien in Afrika und kam zum Schluss, dass der Biolandbau bei der Armutsbekämpfung und für die Ernährungssicherung eine wesentliche Rolle spielen kann: Durch die Umstellung auf den Biolandbau wurden mit einfachen Techniken wie Kompostieren die Erträge der Bauernbetriebe in 24 Ländern im Schnitt mit einem Plus von 116 Prozent mehr als verdoppelt, in Ostafrika betrug die Steigerung sogar 128 Prozent. Mehr…