Dr. Hans Rudolf Herren

Dr. Hans Rudolf Herren

«Die Natur hat für vieles bereits selbst eine Lösung geschaffen.»

Gründer und Stiftungsratspräsident der Stiftung Biovision

Dr. Herren gehört zu den weltweit führenden Wissenschaftlern in der biologischen Schädlingsbekämpfung. Er lebte und forscht seit über 25 Jahren in Afrika. Von 1994 bis 2005 leitete er das internationale Institut für Insektenforschung icipe in Nairobi, Kenia.

icipe spielt eine zentrale Rolle in der Bekämpfung von Schädlingen, Parasiten und Krankheiten in Entwicklungsländern. Dr. Herren wurde für seine Forschung zum Wohl der Menschheit mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. 1995 erhielt er als erster Schweizer den Welternährungspreis.

Im Mai 2005 wurde ihm offiziell das Präsidium des international tätigen Millennium-Institutes in Washington DC übertragen. Dieses Institut unterstützt die Regierungen von Entwicklungsländern im Mitteleinsatz für eine nachhaltige Entwicklung.

3 Antworten

Sie können der Diskussion zu diesem Beitrag über den RSS 2.0 Feed folgen.

Zu diesem Artikel besteht keine Diskussionsmöglichkeit.

  1. „ Eine andere Welt ist nicht nur möglich, sie ist im Entstehen…“
    (Arundahti Roy)

    Durch zunehmende Armut und wachsendes Elend haben Frauenassoziationen in Afrika immer mehr zu solidarischen Schicksalsgemeinschaften zusammengefunden. Die Vorzüge der Frauen in der allgemeinen Entwicklung konnte Prof. M. Yunus durch die Vergabe von Mikrokrediten schon immer unter Beweis stellen: Nicht der Druck durch Hypotheken (zu pfänden gab es nichts), sondern nur der Wille, die gebotene Chance, aus der Armut zu entkommen und die Aussicht, das eigene Schicksal selber bestimmen zu können, war der Ursprung dieses Erfolges.

    Diese Frauengruppen sind auch der Kern von Zivilgesellschaften, die sich durch den Zugang ergänzender Maßnahmen wirtschaftlich soweit entwickeln, dass sie nachhaltig und autonom in ihre Produktionsverfahren reinvestieren können (Grundvorrausetzung einer nachhaltigen Entwicklung).

    Der Zugang zu Finanzen ist ein entscheidender Faktor für die Einleitung einer autonomen Entwicklung, aber die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung ist weit komplexer. Die unterschiedlichen Maßnahmen müssen synergetisch und ergänzender Natur sein und betreffen den Zugang zu
    Finanzen
    adaptierter und dezentralisierter Technologien
    legislativer Sicherheit
    fairer Vermarktung
    Ausbildung und gesundheitlicher Versorgung
    Rückgewinnung an Eigenidentität und Kultur

    Die Landwirtschaft ist die Haupttätigkeit der Bevölkerung Afrikas.
    „Landwirtschaft im Kontext knapper Ressourcen, die die Weltbevölkerung ernähren kann, muss die Grundsätze der Nachhaltigkeit beachten“ (Johann N. Schneider-Ammann).
    Die Umsetzung einer ökologischen Landwirtschaft und die umfassendere Agrarökologie sind daher sowohl eine Antwort auf Bekämpfung von Hunger und Armut, als auch eine verantwortungsvolle zukunftsorientierte Arbeitsbeschaffung. Grundlagen nachhaltiger und menschenwürdiger Lebensbedingungen werden geschaffen bei gleichzeitigem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen auch für kommende Generationen.

    Synergie und Komplementarität der Aktionen sind hierbei notwendig, wobei eine Vernetzung gleichgesinnter zivilgesellschaftlicher Organisationen sich vernetzen.
    Diese Kooperation auf der Basis von „Social Business“ wird stimuliert durch eine „win-win- Beziehung“ und wachsendem Vertrauen. Im Mittelpunkt stehen die Zielgruppen (vornehmlich Frauengemeinschaften / „gras- root“ Zivilgesellschaft), die ihre Projekte als Entscheidungsträger und in der Durchführung in eigener Verantwortung umsetzen und verbreiten!

    Allerdings kann die „ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung erst erreicht werden, wenn neben der Beachtung der ökonomischen Entwicklung auch der Schutz der natürlichen Ressourcen (Artenvielfalt) und der Schutz der menschlichen Würde durch den Erhalt der kulturellen Vielfalt bedingungslos respektiert werden.“ (Prof. Hans Peter Dürr)

  2. Sehr geehrter Herr Wehrli

    Vielen Dank für Ihren Kommentar!

    „Gefährlich“ ist nicht der Anbau von Bioprodukten, sondern die Verbreitung von Falschaussagen ohne Hand und Fuss: Im Interview mit Nina Fedoroff, Molekularbiologin, Präsidentin der amerikanischen Wissenschaftsgesellschaft AAAS und Mitglied der US Akademie der Wissenschaften NAS, wird der Biolandbau durch unhaltbare Behauptungen verunglimpft. Richtig ist: Der biologische Landbau ist eine der bewährten Methoden zur ökologisch untermauerten Nahrungsmittelproduktion, welche die Umwelt schonen und grosses Potenzial bieten, insbesondere in Entwicklungsländern für die nachhaltige Bekämpfung von Hunger und Armut. Eine 2008 publizierte Studie der beiden UNO-Institutionen UNEP und UNCTAD untersuchte 114 Fallstudien in Afrika und kam zum Schluss, dass der Biolandbau bei der Armutsbekämpfung und für die Ernährungssicherung eine wesentliche Rolle spielen kann: Durch die Umstellung auf den Biolandbau wurden mit einfachen Techniken wie Kompostieren die Erträge der Bauernbetriebe in 24 Ländern im Schnitt mit einem Plus von 116 Prozent mehr als verdoppelt, in Ostafrika betrug die Steigerung sogar 128 Prozent. Mehr…

  3. Wehrli Eugen H. sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Herren
    Ich las mit Entsetzen den Beitrag “Pardon, das ist verrückt” in der NZZ/So vom 26.02.2012; gesponsort vom Plant Science Center. Können Sie solche Aussagen unterstützen?
    Sicher besteht ein Ernährungsproblem, aber nicht nur mengenmässig, sondern auch qualitativ. Ich glaube nicht, dass Manipulationen von MONSANTO, etc. die Lösung bringen, ganz im Gegenteil.
    Phillip Day hat die Lösung skizziert: 80 – 90 % Früchte und Gemüse (davon mindestens 50 % roh, möglichst biologischer Anbau) und 10 – 20 % tierische Produkte.
    Im Gegensatz zu Frau Prof. Fedoroff bemerke ich einen grossen Unterschied zwischen meinen Bio-Tomaten und Supermarkt-Produkten.
    Ihre Stellungnahme würde mich interessieren.
    Freudliche Grüsse
    Eugen H. Wehrli

/* End of File */