Nachhaltigkeitsprüfung

Nachhaltigkeitsprüfung unseres Tsetse Projekts in Äthiopien

Nach unserer erfolgreichen Kampagne gegen die Tsetse-Fliege im Gibe-Tal in Äthiopien von 2005 bis 2008 mit den damals neu entwickelten Fliegenfallen, haben wir jetzt ein neues Projekt lanciert um zu testen, wie nachhaltig die Aktion von damals war.

Wie unser Projektverantwortlicher Dr. Samuel Ledermann nach seiner Reise in das betroffene Gebiet im Januar berichtete, haben Wissenschaftler vom internationalen Insektenforschungsinstitut icipe 80 neue Fallen im Abstand von 500 Metern aufgestellt. Sie messen nun, wie weit die Tsetse-Fliege sich vom Fluss her wieder in Richtung Weideland verbreitet hat. Zudem entnehmen sie den Tieren auf den Weiden Blutproben um festzustellen, ob sie wieder Träger des Erregers der Schlafkrankheit geworden sind.

Während der ersten Kampagne wurde das gesamte Weidegebiet bis nahe an den Fluss Gibe hinunter von Tsetse-Fliegen befreit. Aber da das Vieh immer wieder mal an den Fluss geführt wird, muss sehr genau kontrolliert werden, ob sich die Tsetse-Fliege und die Schlafkrankheit nicht wieder ausbreiten. Besuchen Sie unsere Website online casino

Ziel ist eine wissenschaftliche Bestätigung der Nachhaltigkeit der ersten Kampagne um entsprechende Anpassungen für dieses und ähnliche Projekte vornehmen zu können. Vor jener Kampagne war der Viehbestand der Bewohnerinnen und Bewohner des Gibe-Tals von der Schlafkrankheit massiv dezimiert worden und hatte den Menschen ihre Lebensgrundlage weitgehend entzogen. Mit dem erfolgreichen Kampf gegen die Tsetse-Fliege und der zusätzlichen Vermittlung von Wissen zu ökologischem Landbau wurde die Nahrungssicherheit und Lebensqualität in der Region massiv verbessert.

Über die Resultate der Nachhaltigkeitsprüfung werden wir in zwei bis drei Monaten berichten können.

Photowettbewerb1

The Big Picture – Die Gewinner

Anlässlich des Weltmalariatags vom 25. April 2013 gibt die “Swiss Malaria Group” die Gewinner des Fotowettbewerbs “ Malaria: The Big Picture ” bekannt.

Die Gewinner:

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Joseph Mwaura: ein Portrait

von Dominique Jaquemet

DSCF5586_favJoseph Mwaura ist ein Bauernberater im Rahmen des „Farmer Communication Programm“ FCP. Als solcher besucht er Bauerngruppen und beantwortet ihre zahlreichen konkreten Fragen. Seit kurzem hat er ein Büro, wo er an einem Tag pro Woche Bauern empfängt und sie mit Informationen versorgt. Nebenbei bewirtschaftet er ungefähr eine Hektare Land und ist Präsident des lokalen Imker Vereins.

Vom Freiwilligen zum Bauernberater

Im Jahr 2005 begann sich Joseph als Freiwilliger bei der “community based organisation“ (CBO) „Friends of Kinangop Plateau“ zu engagieren, welche die schlaue Nutzung und den Erhalt der Natur fördert. Im Jahr 2006 brachte Ihm Anne Bruntse das erste Mal eine Ausgabe des TOF (www.theorganicfarmer.org). Anne Bruntse ist die regionale Verantwortliche für Infonet. Joseph erkundigte sich anschliessend, ob er den TOF regelmässig bekommen und in seiner Region verteilen könne. Ab 2007 wurden ihm jeden Monat 100 Exemplare zugestellt, welche er unter 7 Bauerngruppen verteilte. Dadurch kam er in Kontakt mit vielen Bauerngruppen. Diese fragten Ihn oft nach mehr Informationen und Tipps zu verschieden Themen, welche sie im TOF gelesen hatten. Also begann er diese Gruppen zu besuchen. Diese waren zum Teil weit weg von seinem Wohnort, was die Anreise erschwerte. Auf seine Anfrage hin stellte Ihm das TOF Büro ein Fahrrad zur Verfügung, damit er die Bauerngruppen bequemer erreichen und den TOF schneller verteilen konnte.

Joseph ist eine sehr aufgestellte und motivierte Person. Wenn er von seinen Besuchen bei den Bauern erzählt, dann glänzen seine Augen und man fühlt, dass Ihm seine Arbeit Spass macht. Die Anzahl seiner Bauerngruppen wuchs jedes Jahr an. Im Jahr 2008 stieg sie von 7 auf 10, im nächsten Jahr auf 12, dann auf 17 bis es 2011 schon 20 Bauerngruppen waren. Heute sind es 25 Gruppen mit jeweils 20-25 Mitgliedern, sowie 7 Schulen an denen er seit diesem Jahr 250 Exemplare des TOF verteilt.
In 2009 wurde Joseph als Bauernberater bzw. Community Information Worker (CIW) von Biovision angestellt. Im Februar 2012 bekam er vom Gemeindepräsident von Murugaru ein Büro zur Verfügung gestellt. Das Büro wurde am 5. Februar als Infonet Information Hub eingeweiht.

Aufgewachsen in einer Grossfamilie

Aufgewachsen ist Joseph als erstgeborenes Kind einer Bauernfamilie auf dem Kinangop Plateau in Murugaru etwa hundert Kilometer nördlich von Nairobi. Seine Eltern besitzen eine Fläche von ca. 10 Hektaren. Joseph hat 6 Brüder und 4 Schwestern. Zur Schule ging er bis zur zwölften Klasse, welches die letze Klasse der Sekundarschule ist. Danach reichte das Geld nicht mehr, um ein Studium zu finanzieren. Drei seiner Schwestern sind verheiratet, eine geschieden. Wie seine Eltern sind auch Joseph und seine Geschwister Kleinbauern. Seit 2013, mit dem Inkrafttreten der neuen Verfassung in Kenia ist das Land unter den Geschwistern gleichmässig zu verteilen. Neu sind also auch die Töchter beim Erbe zu berücksichtigen. Jeder hat eine Kuh und knapp 1 Hektare, Joseph auch. Er schaut zusätzlich noch nach den vier Kühen seines Vaters, denn dieser wohnt nebenan und kann selber nicht mehr nach ihnen schauen. Die Milch verkaufen die Brüder zusammen an einen Mittelsmann. Joseph ist seit 15 Jahren verheiratet und hat inzwischen fünf Kinder, welche alle in die öffentliche Schule gehen. In den öffentlichen Schulen sind in einer Klasse bis zu 45 Kinder.

Was sind seine Visionen? Josephs Pläne

Sein persönlicher Traum ist es am Institut für Entwicklungsstudien ein anderthalbjähriges Studium zu absolvieren. Allerdings würden allein die Studiengebühren das siebenfache seines Monatseinkommens von100 Franken kosten. Dies kann er sich leider nicht leisten.
Joseph ist eine sehr aktive Person. Er ruht sich nicht auf den Lorbeeren aus, im Gegenteil. Er will bald auf seinem Land ein Vorzeige- und Übungsfeld einrichten. Zudem hat er vor, die 25 Bauerngruppen der Region besser zu vernetzen, dazu möchte er dieses Jahr eine CBO, eine “community based organisation“, gründen und registrieren. Dadurch erhofft sich Joseph den Erfahrungsaustausch unter den Bauerngruppen verbessern zu können und so die einzelnen Gruppen voneinander lernen zu lassen. Um die Posten zu besetzen, welche es für die Gründung einer CBO braucht, hat er bereits mit verschiedenen Personen gesprochen und ist nun zuversichtlich, dass bald die Gründungsversammlung stattfinden kann.

Weitere Informationen zum Projekt: www.biovision.ch/de/projekte/kenia/itof-informationszentren

Malaria: The Big Picture

Die Bilder des Online Foto-Wettbewerbs der Swiss Malaria Gruppe* machen Geschichten und Schicksale hinter der gefürchteten Tropenkrankheit sichtbar. Malaria betrifft das Leben von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Ziel des Online-Foto Wettbewerbs der Swiss Malaria Gruppe* ist es, die Realität der betroffenen Menschen und das Engagement gegen diese Krankheit zu zeigen.

Biovision fördert in Kenia und in Äthiopien umweltverträgliche Methoden zur Malariaprävention. Mit einer Kombination verschiedener Massnahmen wie der biologischen Kontrolle oder Beseitigung von Mückenbrutstätten, der Verteilung von Bettnetzen an die Bevölkerung und einer konsequenten Behandlung der Malariakranken, kann der tödliche Kreislauf zwischen Mücke und Mensch unterbrochen werden. Der Einbezug und die Sensibilisierung der betroffenen Bevölkerung  ist dabei ein Schlüssel zur Nachhaltigkeit.

Wählen Sie aus über 700 Bildern ihre Favoriten aus und geben Sie Ihre Stimme ab. Die Bilder von Fotografen aus der ganzen Welt zeigen auch den von Biovision unterstützten integrierten Ansatz für eine umweltfreundliche Malaria-Bekämpfung.  Bis 7. April können Sie Ihre Favoriten bestimmen: http://malariaphotos.org

*Acino Pharma AG, Biovision, Centre Hospitalier Universitaire Vaudois, Drugs for Neglected Diseases initiative, Foundation for Innovative New Diagnostics, Medicines for Malaria Venture, Medicus Mundi Schweiz, Novartis, Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung, Roll Back Malaria, SoildarMed, Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, Swiss Malaria Foundation, Schweizerisches Rotes Kreuz, Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut, Syngenta, Vestergaard Frandsen

Kein Glaubenskrieg zu Lasten der Hungernden

Der 2008 erschienene Weltagrarbericht zeigt einen klaren Weg auf um Hunger und Armut zu bekämpfen und eine gerechte und sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltige Entwicklung unserer Welt zu ermöglichen. Doch mit der Umsetzung der Empfehlungen tun sich die Entscheidungsträger schwer – nicht zuletzt wegen der Ideologisierung der Diskussion.

Daran sind auch die Befürworter nicht unschuldig, indem sie die Empfehlungen von hunderten von Experten, die am Bericht über sechs Jahre mitgearbeitet haben, auf die Prinzipien des Biolandbaus reduzieren. Und diese Prinzipien würden ein relativ enges Korsett bilden, ohne den grossen regionalen Unterschieden der sich stellenden Herausforderungen genügend Rechnung zu tragen. Deshalb propagiert der Weltagrarbericht einen agrar-ökologischen Ansatz, der einerseits sehr viel weiter gefasst ist als der zertifizierte Biolandbau und im Einzelfall sogar den Einsatz von integrierten Schädlingsbekämpfungsmassnahmen mit Pflanzenschutzmitteln zulässt. Andererseits konstatiert der Weltagrarbericht sehr klar, dass industriell angelegte Monokulturen von gentechnisch vereinheitlichten Pflanzen nach wie vor nicht die Resultate liefern können, die man sich erhofft hatte. Dies ist auch heute, fast fünf Jahre nach der Publikation des Berichts, noch der Fall.

Das Agribusiness wiederum sieht in ökologischen Ansätzen vorgestriges Denken und lehnt aus offensichtlichen Gründen Lösungsansätze ab, die den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern grössere Autonomie bescheren. Solche Ansätze sind mit dem Geschäftsmodell des Agribusiness nicht vereinbar: Jahr für Jahr gentechnisch manipulierte oder hybride Samen zu verkaufen, dazu den passenden Kunstdünger und Pestizide.

Im Kampf zwischen diesen beiden Lagern darf das eigentlich Ziel des Weltagrarberichts nicht aus den Augen verloren gehen: Alle Menschen dieser Welt gesund zu ernähren; heute, aber auch dann wenn die Weltbevölkerung bis 2050 auf 9 Milliarden gestiegen ist.

Der pragmatische, agrar-ökologische Ansatz des Weltagrarberichts ist vielversprechend, wenn wir den Hunger auf unserem Planeten eliminieren wollen. Durch seine relative Offenheit können viele lokal angepasste Lösungen innerhalb seines Konzeptrahmens entwickelt werden. Er umfasst viele traditionelle, und aus traditionellen Ansätzen heraus entwickelte Landbaupraktiken. Agrarforstwirtschaftliche Systeme, pfluglose Bodenbearbeitung und verschiedene Biolandbau-Verfahren und –Techniken gehören auch zum Repertoire.

Aber der Ansatz des Weltagrarberichts ist auch sehr wissensintensiv. Nur mit fundiertem Wissen werden pragmatische Lösungen nicht zu beliebigen und opportunistischen Auswegen. Und das Wissen muss bis an die Basis weitergereicht werden um effektiv eingesetzt und partizipativ weiterentwickelt werden zu können. Und da liegt ein entscheidendes Problem: Wer ist bereit, in Forschung zu investieren, die nicht patentierbar ist und somit auch nicht das grosse Geld bringt, sondern weitere Investitionen in die Wissensaufbereitung und -verbreitung an eine strukturbedingt arme Zielgruppe bedingt? Gleichzeitig führt kein Weg an den Kleinbäuerinnen und –Bauern vorbei, wenn wir die globale Nahrungssicherheit erreichen wollen.

Der wissenschaftliche Ansatz ist zentral für die globale Akzeptanz des vorgeschlagenen Weges. Wenn die Richtung, die der Weltagrarbericht vorgibt, auf eine Weltanschauung reduziert wird, dann haben die zahlreichen Gegner ein leichtes Spiel, den Zug zu stoppen. Deshalb dürfen Lösungsansätze auf keinen Fall aus ideologischen Gründen verworfen werden, sondern nur, wenn sie sich nach eingehender Prüfung als nicht zielführend erweisen. Natürlich ist auch die Wissenschaft letztlich von Weltanschauungen beeinflusst und die gesellschaftliche Vorliebe für technische Lösungen steht im Gegensatz zu vielen Vorschlägen des Weltagrarberichts, die eher eine Rückkehr zu einfachen, aus der Natur abgeleiteten nachhaltigen Methoden propagieren.

Diesen Konflikten kann man nur entkommen, wenn das Hauptziel bei der Suche nach Lösungen immer im Fokus bleibt: Gesunde Nahrung für alle, natürlich!

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